Vom Versuchsaufbau zur funktionierenden Fernsteuerung
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Als der erste Aufbau halbwegs funktionierte, musste nun eine Platine angefertigt werden.
Die Elektronik ist wie gesagt mehr als einfach:

Es kommt ein PIC (Programmierbares IC) zur Anwendung, das 16F84A von
Microchip. Es bietet 13 Ein/Ausgaenge und kann sowohl direkt an den
Signalausgang des IR Sensors angeschlossen werden, wie auch direkt die
Optokuppler ansteuern. Getaktet wird mit 4 MHz. Den Rest muss man dann per
Software selber machen. Übrigens eine sehr spassige Angelegenheit. Man könnte
eigentlich die Optokuppler auch durch Dioden ersetzen, eine solche Trennung
wurde aber doch zum Schutz, vor allem des TB, angewendet. Die grün unterlegten
Teile können auch weggelassen werden. Dann aber muss man auf die Wahlmöglichkeit
der Geraeteadresse und die LED Anzeigen verzichten. Der Schaltplan soll nur
zeigen wie einfach der hardwaremaessige Aufbau ist. Laien können daran sehen,
dass insgesammt nur 18 Bauteile (min) gebraucht werden. Ganz wichtig ist das
Timing innerhalb des PIC. Fehler würden zu falschen Befehlsauswertungen führen,
so hat dieses Thema auch die meiste Entwicklungszeit des Programms in Anspruch
genommen. Seit der Fertigstellung und waehrend der Tests ist kein Befehl falsch
ausgeführt worden.
Die Optokuppler mit Doppeldioden waren gerade zur Hand, sie waren für eine
andere Schaltung eingekauft. Das Platinenlayout konnte dadurch etwas einfacher
erstellt werden, da es egal war an welche Beinchen Plus und Minus gelegt wurde.
Die Platine ist sehr einfach. Hier im Grössenvergleich zu einer 8 cm Spule:

Auf der Platine wurde bereits der doppelte DIP Schalter und die LEDs vorgesehen, Der Schalter dient zur bestimmung der Empfangsadresse. So kann auf den jeweilig vorhendenen Geber umgeschaltet werden, bzw. es können im gleichen Raum, mit nur einem Geber, bis zu 4 verschiedene TBs ferngesteuert werden, wenn der Geber die entsprechenden Wahlmöglichkeiten bietet. Solche Geber gibt es von Philips.
Die 3 Leuchtdioden (LED) helfen bei der Benutzung, können aber auch alle weggelassen werden:
Die erste, zeigt durch Blinken den Empfang eines RC5 Signals an. Solange ein Befehl ausgeführt wird, leuchtet sie staendig. Die Befehle werden ca. 1 Sekunde lang an das TB weiter gegeben, auch wenn die Tasten laenger gedrückt werden. Ausnahme bildet der Stop befehl, dieser geht so lange an das TB weiter, wie die Taste der FB gedrückt wird.
Eine weitere LED zeigt bei gedrückter FB Taste an, ob die Geraeteadresse stimmt. So kann man bei Benutzung mehrerer Geraete sehen, ob man am Geber die richtige Wahl getroffen hat.

Die 2. Entwicklungsphase. Oder auch der Feinschliff der Software, noch bevor die
Schaltung an die GX620 angeschlossen wurde. Auf dem Oszilloskop sieht man einen
RC5 Befehl mit den verschieden langen Bit-Impulsen und dem (beim 2. Bit) daraus gewonnenen
"Taste Gedrückt" Signal. Das weisse Geraet ist ein
Programmierer, unter anderem eben für PICs. Geschrieben wird das Programm am PC.
Ein kleines Problem stellt die Wahl der Aufnahmefunktion dar. Hier sollte ein Schutz vorhanden sein um versehentliches Löschen zu vermeiden. Leider bieten die FB-Geber keinen solchen. Eine Möglichkeit war, das lange drücken der Aufnahmetaste. So muss also die REC Taste ca 1,5 Sekunden gedrückt werden, danach muss in einer bestimmte Zeit die Pausentaste gedrückt werden. Geschieht das nicht rechtzeitig, geht der "Aufnahmestatus" wieder aus. Die 3. LED zeigt diesen Zustand an. Es waeren natürlich auch andere Tastenkombinationen möglich, da ist reichlich viel Spiel für Phantasie.
Bei der AKAI GX 620 müssen am TB selber für Aufnahme die REC und die Pausentaste gleichzeitig gedrückt werden. Dies ist in der Software der FB beachtet. Andere TBs können hier anders arbeiten. Diese Funktion muss an die Eigenschaft des jeweiligen TBs angepasst werden, das aber Softwaremaessig.

Die Platine. Die LEDs an den Ausgaengen wurden nur waehrend der Entwicklung
gebraucht. Das IC mit dem grauen Klecks ist der PIC.
Eine andere, rein Softwaremaessig hergestellte Funktion ist auch sehr angenehm zu bedienen: Die CUE/REVIEW Funktion. Sie wird durch die Menü-Rechts-Linkstasten am Geber angesprochen. Wird eine dieser Tasten gedrückt, spult die GX620 in die entsprechende Richtung, laesst man die Taste los, wird auf Wiedergabe geschaltet
Da die Schaltung sehr einfach ist, kann das ganze auch auf einer kleinen Lochrasterplatine aufgebaut werden. So erspart man sich die Quaelerei mit einer Platine.
Da die FB-Buchse an der GX620 etwas eigenartig ist, habe ich FB und TB einfach mit Draehten verlötet. Man könnte hier natürlich noch hübschere Lösungen finden.
Ein Einbau der FB Platine in das TB waere eigentlich die beste Lösung, aber dafür muss am TB gebohrt werden. Da die GX620 ein Geschenk ist, habe ich davon abgesehen.
Die Stromversorgung kann mit einem 5 Volt Steckernetzteil verwirklicht werden. Die 620 hat aber intern schon eine solche Spannung, so lag es nahe, diese auch für die FB zu benutzen. Nachteil: Man könnte mit der FB auch die Netzspannung des TB unterbrechen, das ginge aber nur dann, wenn für die FB ein eigenes Netzateil vorhanden waere. Die "Standby" Funktion ist softwaremaessig aber dennoch schon vorhanden. Ein Solid State Relais und die Verbindung des Netzkabel des TB über dieses Relais müssten dann natürlich auch noch irgendwie bedacht werden.
Eine solche FB kann auch genauso in anderen TBs (als der GX620) angewendet
werden, oder aber auch nicht. Vor dem Bau muss unbedingt das zur Anwendung
vorgesehene TB genau untersucht werden. Nur nach genauem Verstaendniss dessen
und seiner Draht-FB kann eine IRFB aufgebaut werden. Bei der GX620 müssen die
Kontakte nach Masse geschaltet werden. Bei ASC 6000 zB. auch. Andere TBs könnten
anders aufgebaut sein. So muss also
die Platine (und die Schaltung) entsprechend ausfallen. Demnaechst wird es an die Revox A77 gehen.
Hier müssen Relais anstelle der Optokuppler verwendet werden.
Ja genau, universell ist diese Schaltung nur sehr bedingt. Warum sollte
sie auch so sein?
Und hier ist der Geber, mit dem man 4 Geraete gleichzeitig fernbedienen kann, es gibt sicherlich auch noch andere:

Es können die Geraete "TAPE", "DCC", "VCR1" und "VCR2" gewaehlt werden. Dementsprechend müssen auf dem Empfaenger die DIP Schalter eingestellt werden. Die Tasten "Channel/Track" werden für die CUE/REVIEW Befehle verwendet. Einziges Manko: Es gibt hier leider keine Aufnahmetaste, dafür mussten die "Mono/Stereo" bzw. "Mute" Tasten herhalten. Man gewöhnt sich daran. Mit dem Geber auf der ersten Seite kann aber nur je ein Geraet bedient werden. Da gibt es aber wiederum die Aufnahmetaste.
Das ganze hat sogar meiner Frau sehr gefallen, sie spielt gerade damit.
Ach ja, die Kosten: Umgerechnet ca. 10 Euro für den Geber, es gibt auch welche für 3 Euros, knappe 10 Euro für die Elektronik sammt Platine (selbstgemacht).
Wenn ich es schaffe, werde ich hier bald ein Video einstellen.
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